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Ein gesunder Schlaf

Acht Tipps für eine ruhige Nacht

Ein guter Schlaf ist die Basis für ein gesundes und erfolgreiches Leben. Wenn wir die Nacht über schlecht geschlafen haben, dann schlägt sich dies auf die eine oder andere Weise auf unseren Tag und auf unsere Laune nieder. 

Die verschiedenen Konstitutionstypen reagieren unterschiedlich auf Schlafprobleme. Vata-Menschen sind zum Beispiel sehr sensibel und fast zu nichts zu gebrauchen, wenn sie in der Nacht nicht die Ruhe bekommen, die sie brauchen. Das liegt daran, dass ihr Energiespeicher insgesamt sehr klein ist. Wenn sie nicht genug Schlaf bekommen, haben sie keine Energiereserven, die sie durch den Tag bringen können. Sie verbrauchen ihre letzten Reserven und fühlen sich extrem erschöpft und ausgelaugt. 

Kapha hingegen hat einen großen Energiespeicher und leidet dementsprechend am wenigsten unter Schlafmangel oder -problemen. Erst wenn Kapha über eine längere Zeit zu wenig schläft, zeigt sich dies in Lethargie und Schlappheit. 

Pitta Menschen können auch ein paar schlechte Nächte vertragen, werden aber schnell gereizt und recht unangenehm für ihre Mitmenschen, wenn sie nicht genug Ruhe finden. 

Ich möchte heute 8 Tipps mit dir teilen, die einen gesunden, tiefen Schlaf fördern, sodass du voller Kraft durch deinen Tag kommst.

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8 Tipps für einen gesunden Schlaf:

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1) Geh vor 22 Uhr schlafen

Wie alles in der Natur, so wird auch der Tageszyklus von den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha bestimmt. Zu bestimmten Tageszeiten ist ein Dosha aktiver als die anderen zwei. 

Um uns mit diesen Tageszyklen in Einklang zu bringen, ist es wichtig zwei Dinge zu beachten: Wann wir schlafen gehen und wann wir aufstehen. 

Der frühe Abend, ungefähr von 18 bis 22 Uhr ist vom Kapha Dosha dominiert. In dieser Zeit wiegt die Schwere des Erdelements vor, was dafür sorgt, dass wir uns entspannen und einen Gang runterfahren. Ich höre oft von meinen Kund*innen, dass sie gegen 20 Uhr sehr müde sind, dann später, nach 22 Uhr aber wieder wach werden. Das liegt an den Doshas. Denn nach 22 Uhr dominiert das Pitta Dosha. Das Feuer der Transformation kurbelt unsere Gedanken und unsere Verdauung an. Wenn wir jetzt noch wach sind, dann greifen wir vielleicht zu einem zweiten Abendessen oder fangen an irgendetwas zu planen und zu durchdenken. Die Müdigkeit, die wir um 20 Uhr gespürt haben, ist plötzlich wie weggeblasen und es fällt uns jetzt richtig schwer, zur Ruhe zu kommen. 

Aus ayurvedischer Sicht ist es jedoch sehr wichtig, vor 22 Uhr zu schlafen. Denn das vorherrschende Kapha Dosha unterstützt uns dabei, ruhig einzuschlafen und noch wichtiger: das Feuer von Pitta brauchen wir, um im Schlaf unsere Organe zu regenerieren und den vergangenen Tag zu verarbeiten. Wenn wir nach 22 Uhr wach sind, dann verbrennen wir dieses Feuer mit unnötigen Snacks und viel zu vielen Gedanken, und nehmen unserem Körper und unserem Geist die nächtliche Regeneration. 

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2) Steh früh auf

Der erste Punkt ist also früh schlafen zu gehen. Der zweite Punkt ist: früh aufzustehen. Warst du schon mal kurz vor Sonnenaufgang in der Natur und hast den Insekten und Vögel gelauscht? Die ganze Welt erwacht in diesem Moment und kommt in Bewegung. 

Vor Sonnenaufgang ist das Vata-Dosha dominant. Es herrschen Bewegung und Leichtigkeit vor. Die Natur nutzt dieses Vata-Dosha und wacht voller Leichtigkeit und Energie auf. Nach Sonnenaufgang beginnt wieder das erdige, feste, langsame Kapha-Dosha die Überhand zu gewinnen. Das bedeutet also: Wenn wir vor Sonnenaufgang aufstehen, nehmen wir die Leichtigkeit von Vata mit und starten voller Energie in den Tag. Wenn wir in den Morgen hineinschlafen, verstärken sich der ohnehin schon von Kapha dominierte Schlaf und die Kapha Energie des Tages und sorgen für Lethargie, Schwere und noch mehr Müdigkeit. Vielleicht hast du es ja schon mal selbst gemerkt, dass du bis 9 Uhr morgens geschlafen hast und irgendwie den ganzen Tag nicht richtig wach wurdest? Das liegt an dem Überschuss an Kapha Dosha, wenn wir zu lang schlafen. 

Es ist also aus ayurvedischer Sicht absolut nicht das gleiche 8 Stunden von 22 Uhr bis 6 Uhr zu schlafen, wie von 1 Uhr morgens bis 9 Uhr. Unser Körper kann nicht auf dieselbe Art und Weise regenerieren, wenn wir spät schlafen gehen und spät aufstehen. 

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3) Abendbrot

Um dem Verdauungstrakt die wohlverdiente Nachtruhe zu gönnen, ist es wichtig, dass er nicht mehr damit beschäftigt ist, Essen zu verdauen, wenn wir ins Bett gehen. Denn auch wenn wir vor 22 Uhr schlafen gehen – wenn unser Magen voll ist, können wir das nächtliche Pitta Feuer nicht für unsere Regeneration nutzen, denn es wird für die Verdauung gebraucht. Versuche also mindestens 2 Stunden – am besten 4 – bevor du ins Bett gehst, nichts zu essen und auch nicht mehr viel zu trinken. 

Das Abendessen sollte immer eine leichte Mahlzeit sein, denn die Kraft der Sonne und somit unserer Verdauungskraft nimmt nach dem Mittag immer weiter ab. Schau also, dass deine größte Mahlzeit dein Mittagessen ist und du abends nichts schweres und insgesamt weniger isst. 

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4) Bildschirmzeit

Wahrscheinlich ist dieser Punkt nicht neu für dich, ich möchte ihn hier aber dennoch mit aufnehmen: Versuche am Abend das blaue Licht der Bildschirme zu vermeiden. Es beeinflusst direkt die Produktion der Hormone und kann ein sehr wichtiger Grund sein, warum du nachts nicht die Ruhe findest, die du brauchst. Lies stattdessen ein schönes Buch, höre ein Audiobuch oder mach noch einen ruhigen Spaziergang. 

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5) heiße Dusche

Eine heiße Dusche oder ein heißes Bad ist eine wunderbare Möglichkeit, um dein Nervensystem zu beruhigen. Genieße die Wärme und massiere deine Nackenmuskulatur und du wirst tief und entspannt schlafen können.

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6) Fußmassage

Abhyanga ist die ayurvedische Ölmassage. Sie hat zahlreiche positive Effekte auf den Körper und Geist und du kannst sie am Abend sehr schön nutzen, um dein Nervensystem zu beruhigen. Nimm dafür ein paar Tropfen warmes kaltgepresstes Sesamöl und massiere deine Füße. Am besten machst du das wenn du bereits im Bett bist. Ich habe immer mein Sesamöl und ein kleines Tuch auf meinem Nachtisch. Massiere deine Fußsohlen und Fußrücken mit den Fingern und reibe dann deine gesamte Handfläche schnell über die Fußsohle, bis Wärme entsteht. Anschließend kannst du das überschüssige Öl mit dem Tuch abreiben und direkt unter die Decke schlüpfen. 

Die Fußmassage ist wunderschön beruhigend und gibt dir jeden Abend einen Moment, in dem du dich liebevoll um dich selbst kümmern kannst. 

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5) Lavendel

Gib direkt vorm Einschlafen ein paar Tropfen Lavendelöl auf deine Schläfen. Lavendel riecht nicht nur so schön, sondern wirkt auch beruhigend und unterstützt einen tiefen Schlaf. Du kannst auch nach dem Abendessen einen beruhigenden Tee aus Lavendelblüten trinken.

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5) Yoga

Asanas die einen guten Schlaf unterstützen sind Salamba Sarvangasana – der Schulterstand und alle Variationen. Besonders Halasana mit abgestützten Oberschenkel ist sehr effektiv. Ebenso beruhigend wirken Vorwärtsbeugen mit abgestützter Stirn. Das erlaubt den Gehirnzellen sich zu beruhigen und fährt den frontalen Teil des Gehirns, in dem wir analytisch denken, planen und organisieren, herunter.

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Ich hoffe, dir hat dieser Artikel gefallen und du weißt jetzt genau, was zu tun ist, um deinen Schlaf mit einfachen Anpassungen zu verbessern. Denke daran: ein gesunder Schlaf ist zentral für ein starkes Immunsystem und einen Tag voller guter Laune.

Hab einen wunderbaren Tag!

Alles Liebe

Deine Laura

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PS: Wünschst du dir mehr Leichtigkeit und Energie in deinem Leben und suchst nach Unterstützung? Ich helfe dir von Herzen gern dabei, Ayurveda richtig für dich zu nutzen und an deine individuellen Bedürfnisse anzupassen. Melde dich gern bei mir. HIER erfährst du mehr.

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