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Der ayurvedische Jahreszylus

Ein alter ayurvedischer Text, Ashtanga Sangraha, spricht unter anderem darüber, wie wichtig es für den Mensch ist, Raum und Zeit und deren Effekt auf unsere Gesundheit und auf unser gesamtes Wesen zu verstehen. 

Ayurveda geht von einem ganzheitlichen Weltbild aus, das bedeutet, dass wir Menschen unmittelbar mit allem Leben und der gesamten Natur in Verbindung und in Wechselwirkung stehen. Das äußere Klima beeinflusst unsere körperliche und mentale Gesundheit, unsere Stimmung und unser Wohlbefinden. 

Deshalb ist es für uns enorm wichtig, uns mit den natürlichen Jahreszyklen zu verbinden und lernen, zu verstehen, wie sie uns Menschen beeinflussen.

Ich möchte dir heute den Jahreszyklus aus ayurvedischer Sicht etwas näher bringen, denn im Laufe des Jahres gibt es unterschiedliche Momente, in denen wir uns unterschiedlich fühlen. Wenn wir lernen, den Einfluss der Jahreszeiten auf unseren Körper besser zu verstehen, können wir uns selbst besser stärken und gegen Unausgeglichenheiten und Krankheiten schützen. 

Wir können lernen in Einklang mit unserer Umgebung zu leben und ein glücklicheres und gesünderes Leben führen. 

Der Jahreszyklus wird durch die Bewegung der Erde um die Sonne charakterisiert und in 2 Phasen eingeteilt. Diese Phasen werden als nördliche Phase und als südliche Phase beschrieben. Die Namen kommen von der vermeintlichen Bewegung der Sonne, die wir von der Erde aus wahrnehmen. Von der Wintersonnenwende am 21. Dezember bis zur Sommersonnenwende am 21. Juni scheint die Sonne sich Richtung Norden zu bewegen, deshalb nennen wir diese Phase die nördliche Phase.

Stell dir vor du schaust dir jeden Tag vom gleichen Ort aus den Sonnenuntergang an. Da die Tage länger werden, geht die Sonne jeden Tag ein Stück weiter Richtung Norden unter.  Die südliche Phase ist von der Sommersonnenwende bis zur Wintersonnenwende und es scheint, als würde die Sonne sich Richtung Süden bewegen. 

Jede der beiden Phasen besteht aus 3 Jahreszeiten. Der vedische Jahreszyklus hat also im Gegensatz zu unseren üblichen 4 insgesamt 6 Jahreszeiten.

Jede Jahreszeit ist 2 Monate lang:

Frühling (Vasanta): 15. März – 15. Mai

Sommer (Grisma): 15. Mai – 15. Juli

Frühherbst oder Regenzeit (Varsa): 15. Juli – 15. Sept

Spätherbst (Sarada): 15. Sept – 15. Nov

Frühwinter (Hemanta): 15. Nov – 15. Jan

Spätwinter (Sisira): 15. Jan – 15 März

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Jede der 6 Jahreszeiten hat eine ganz spezielle Energie und einen bestimmten Einfluss auf die Natur und somit auf uns Menschen. 

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Frühling: Wiedergeburt

Der Frühling ist die Energie der Wiedergeburt. Das Leben erwacht erneut. Diese Energie ist einerseits wunderbar erfrischend und belebend, bringt jedoch auch Verletzlichkeit und Angst mit sich. So wie ein neu geborenes Tier ohne den Schutz der Mutter dem Leben ausgeliefert ist oder ein frisch gesprosste Pflanze mit Vorsicht behandelt werden möchte, so braucht auch der Mensch in dieser Zeit besonders viel Schutz. Dieser vorherrschenden Verwundbarkeit des Lebens können wir durch achtsames Handeln und bewusst ausgewählte Nahrungsmittel entgegenwirken.

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Sommer: Freude

Der Sommer ist die Energie der puren Lebensfreude. Die Sonne scheint, alles blüht in voller Pracht und die Menschen scheinen zusammen mit dem Rest des Universums auf einer Welle der Leichtigkeit und des Genießens zu schweben. Dies ist die Zeit, um das Leben zu feiern. 

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Frühherbst/ Regenzeit: Neuorganisation

Im Frühherbst bzw. In der Regenzeit gilt es sich neu zu organisieren. Die kühleren Tage und der Beginn des Regens erschafft die perfekte Atmosphäre, um unseren Weg neu zu bewerten und anzupassen. In dieser Zeit können wir die vorherrschende Energie der Neuorientierung und Reorganisation nutzen, um alte Aufgaben zu Ende zu bringen, unsere Entscheidungen neu zu bewerten oder die nach der Feier des Sommers liegen gebliebenen Aufgaben zu erledigen.

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Spätherbst: Ernte

Im Herbst ist Erntezeit. In fast allen Kulturen gibt es in dieser Jahreszeit Erntedankfeste, in der den Gaben der Natur gedankt wird. Während äußerlich die Ernte eingeholt wird, so können wir diese Jahreszeit auch am besten nutzen, in dem wir nach innen schauen, und auch auf innerer Ebene „ernten“, indem wir die Ergebnisse unser Arbeit des Jahres anerkennen und reflektieren. 

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Frühwinter: Sammlung

Genauso wie die Eichhörnchen in dieser Jahreszeit ihre Nüsse für den Winter sammeln, so ist es auch für uns die Zeit, die Ressourcen vorzubereiten, die wir für den rauen, langen Winter auf körperlicher, als auch auf emotionaler und mentaler Ebene brauchen. Es ist eine Zeit, in der die Energien stark im Umbruch und etwas durcheinander sind, weshalb es besonders wichtig ist, uns in dieser Zeit innerlich zu sammeln und genug Ruhepausen einzulegen.

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Spätwinter: Ruhe

Nach innen schauen, reflektieren und sich ausruhen sind die wichtigsten Aktivitäten in dieser Jahreszeit. Genauso wie der Bär im Winter im Winterschlaf ist, braucht auch der Mensch diese Phase der strengen Ruhe. Es ist extrem wichtig für uns Menschen, die Bedeutung des Winters als Pause und als Zeit des Kraftschöpfens anzuerkennen. Genauso wie wir jede Nacht schlafen und uns regenerieren, um dann wieder mit Kraft in den nächsten Tag zu starten, ist der Winter unsere jährliche Phase der Ruhe. Wenn wir uns jetzt nicht die Zeit nehmen wirklich komplett auszuruhen, wird uns im ganzen kommenden Jahr Energie fehlen.

Sehr wichtig für unsere Gesundheit sind auch die Übergänge von einer Jahreszeit zur anderen. Dies sind Momente, in denen die Natur sich neu organisiert und die Energien etwas durcheinander kommen können. Die Übergänge zwischen den Jahreszeiten sind die Momente des Jahres, in denen wir besonders angreifbar sind. Ungleichgewichte entstehen, wodurch Krankheiten leicht ihren Weg in den Körper finden. 

Die Übergänge zwischen den Jahreszeiten sind ca. 2 Wochen lang. Wenn wir beispielsweise vom Frühling in den Sommer wechseln, dann geht der Übergang in etwa vom 7. bis 21. Mai. 

In diesen Zeiten ist es besonders wichtig, achtsam zu sein, leicht und nährend zu essen, zum Beispiel Kitchari, und uns viel Ruhe zu gönnen. Dies ist nicht der Moment für wichtige Aufgaben oder große Projekte. 

Je nach Wohnort und Klimazone können diese Daten natürlich etwas abweisen. Ich empfehle dir, jeden Tag ganz achtsam die Veränderungen der Natur zu beobachten. Du kannst dafür zum Beispiel ein Jahrestagebuch führen, in dem du jeden Tag festhältst, welche Energie und Veränderungen du in deiner Umgebung spürst. Du kannst zum Beispiel aufschreiben, wie das Wetter ist, wie der Wind weht, wie die Luft riecht oder wie die Vögel sich verhalten. Du wirst sehen, dass du mit ein bisschen Übung so viel wahrzunehmen lernst! Nach einem Jahr kannst du dann zurückschauen und anhand deiner Notizen die genaueren Daten für deine direkte Umgebung finden. Dies ist eine wunderbare Übung, um unsere Achtsamkeit zu stärken und uns wieder mehr mit den Energien der Natur zu verbinden. 

Das ayurvedische Wissen kann uns eine wunderbare Hilfe sein, um wieder mit uns selbst und der Natur in Einklang zu kommen. Ich hoffe dir hat dieser Artikel geholfen und du hast Lust bekommen, dein Jahrestagebuch zu beginnen.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß dabei und wenn du gern noch mehr über die ayurvedischen Zyklen erfahren möchtest kannst du zum Beispiel hier über den ayurvedischen Tageszyklus weiterlesen.

Hab einen wunderbaren Tag!

Alles Liebe

Deine Laura

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PS: Wünschst du dir mehr Leichtigkeit und Energie in deinem Leben und suchst nach Unterstützung? Ich helfe dir von Herzen gern dabei, Ayurveda richtig für dich zu nutzen und an deine individuellen Bedürfnisse anzupassen. Melde dich gern bei mir. HIER erfährst du mehr.

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