Ayurveda

Ayurveda – eine spirituelle Lehre

Ich glaube, dass es etwas wunderbares ist, dass Ayurveda (und Yoga) in unserer modernen Zeit so weit verbreitet sind und aus ihrem Ursprungsland Indien in die ganze Welt expandieren. Je mehr Leute mit diesen wunderbaren Lehrern in Kontakt kommen, umso mehr wird sich die Menschheit als Ganzes zum Besseren entwickeln. 

Ayurveda ist die Wissenschaft des Lebens. Oder auch die Kunst, das Leben zu kennen. Es ist die Lehre vom Leben selbst und eine der ältesten intakten Wissenschaften der Menschheit.

Es ist unklar, wie alt Ayurveda tatsächlich ist, die Angaben schwanken zwischen 5000 und 10000 Jahren. 

Das was Ayurveda für mich so besonders und magisch macht, ist ihr Ursprung. Denn Ayurveda ist im Ursprung ein spiritueller Weg. Die Rishis, die weisen Seher der Vergangenheit, waren sich bewusst, dass die spirituelle Entwicklung und Selbsterkenntnis nur möglich ist, wenn sich der Körper und Geist in einem Zustand der Gesundheit und Harmonie befinden. Ayurveda entwickelte sich als Schwesterwissenschaft zu Yoga, dem Weg der Selbsterkenntnis, um den Yogis und Yoginis die körperliche und mentale Grundlage zu erschaffen, sodass sie sich auf ihr Sadhana, ihre spirituelle Praxis, konzentrieren konnten.

Es heißt, dass die Rishis das komplette Wissen des Ayurveda in ihren Meditationen empfangen haben.

Es wurde direkt vom universellen Bewusstsein an die Weisen weitergegeben und seither über Generationen weitergegeben. Das Spannende ist, dass die ältesten Schriften des Ayurveda enorm detaillierte Werke sind. Wir finden dort Information über die 8 Zweige des Ayurveda.

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Die 8 Zweige des Ayurveda sind:

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1)Kayachikitsa – Innere Medizin

In diesem Bereich geht es um die Seele, den Geist und den Körper. Die Lehre der Elemente und der Doshas und wie diese unseren Geist und unseren Körper beeinflussen, finden wir hier. Es werden die 6 Entwicklungsstadien einer Krankheit beschrieben und wie wir Krankheiten vorbeugen können, indem wir das zugrunde liegende Ungleichgewicht der Doshas erkennen. Die Klassifizierung der Heilkräuter und Nahrungsmittel und ihr genauer Einsatz fällt ebenfalls in diese Kategorie.

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2)Shalakya Tantra – Hals, Nase und Ohren

In diesem Bereich werden unter anderem 72 Augenkrankheiten beschrieben, sowie ihre operative Behandlung und viele weitere Beschwerden der Ohren und des Rachens. 

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3)Vishagara-Vairodh Tantra – Toxikologie

Hier geht es um Giftstoffe in der Luft, im Wasser, in Mineralien und Pflanzen und um ihre Gegengifte. 

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4)Kaumara bhritya – Kinder- und Frauenheilkunde

In diesem Bereich geht es um die Entwicklungsstadien des Kindes im Mutterleib, die Betreuung von Mutter und Kind vor und nach der Geburt, sowie um Empfängnis, Kinderkrankheiten und Geburtshilfe.

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5)Shalya Tantra – Chirurgie

Hochentwickelte Chirurgie Methoden waren Teil der ayurvedischen Lehre – vor tausenden von Jahren. Von dort wurden sie in den Rest der Welt, nach Ägypten, Griechenland und Rom getragen.

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6)Bhuta Vidya – Psychiatrie

Dieser Bereich beschäftigt sich im Detail mit den psychischen Krankheiten, auch Besessenheit wurde hier behandelt. Zu den Heilmethoden gehören neben Kräutern auch Yogaübungen, Pranayama und Mantren.

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7)Vajikarana – Aphrodisiaka

Hier geht es zum einen um Unfruchtbarkeit und zum anderen darum, die sexuelle Energie in spirituelle Energie umzuwandeln, um sich spirituell weiterzuentwickeln.

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8)Rasayana – Verjüngung

Langlebigkeit und die Vorbeugung des schnellen Alterns werden in diesem Bereich des Ayurveda diskutiert.

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Die Einsichten, die im Ayurveda schon vor tausenden von Jahren bekannt waren, sind absolut beeindruckend. Die Präzision mit der beispielsweise die Stadien des Fötus im Mutterleib beschrieben wurden oder die Entfernung der Planeten zur Erde sind wirklich eindrucksvoll und stimmen mit den modernen Messungen überein. Oftmals bestätigen moderne wissenschaftliche Erkenntnisse das Wissen, was im Ayurveda schon längst bekannt war.

Du siehst also, Ayurveda ist eine extrem komplexe Wissenschaft, die ihren Namen „die Wissenschaft des Lebens“ wirklich verdient, denn sie beschreibt alle Aspekte des Lebens auf diesem Planeten.

Der allerwichtigste Punkt des Ayurveda ist jedoch, dass er den Mensch als spirituelles Wesen anerkennt. Gesundheit ist im Ayurveda weit mehr als die Abwesenheit von Krankheit.

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Gesundheit im Ayurveda ist die Erkenntnis unserer göttlichen Natur und das Einswerden von Körper, Geist und Seele – das Ziel des Yoga.

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„Ayurvedically speaking the more a person realizes their Divine nature, the healthier they are.“

Swami Sadashiva Tirtha, The Ayurvedic Encyclopedia

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Charak ist der Autor der Charak Samhita, einer der wichtigsten Schriften über Ayurveda. Er sagt, dass der Ursprung aller Krankheit in dem Verlust des Glauben an das Göttliche liegt.

Wir können also gar nicht überbetonen, wie sehr Ayurveda eine spirituelle Lehre ist.

Ayurveda erkennt das Leben als Eins an. Anstatt, wie in der modernen Medizin, die einzelnen Komponenten auseinanderzunehmen und separat zu betrachten, erkennt Ayurveda immer das Leben als Ganzes an. Denn allem Leben liegt die gleiche universelle, göttliche Energie zugrunde. Wir als Menschen können nicht separat von der Natur betrachten werden. Wir beeinflussen unsere Umgebung und unsere Umgebung beeinflusst uns. Unser Körper beeinflusst unseren Geist und andersherum. Unsere Nahrung beeinflusst unseren Körper und unseren Geist. Dr. Vasant Lad, einer der renommiertesten modernen Ärzte des Ayurveda sagt: Die Qualität deines Geistes basiert auf der Qualität deiner Nahrung.

Alles hängt miteinander zusammen. 

Als Schüler*innen des Ayurveda ist es dementsprechend so wichtig, dass wir diesen Aspekt des Ayurveda tief in uns integrieren. Ayurveda funktioniert anders, als die Allopathie. Es geht keinesfalls darum, Symptome mit den richtigen Kräutern zu besänftigen, auch wenn dies natürlich Teil des Ganzen ist und seinen Platz hat. 

Ayurveda bedeutet einen Lebensstil für sich zu entwickeln, der achtsam und in Einklang mit den Rhythmen der Natur und mit der eigenen Seele ist. Es geht darum, dass Göttliche in uns selbst und in allen anderen anzuerkennen. Unsere eigene Intuition ist letztendlich unser bester Lehrer und Führer. Und je mehr wir über uns selbst und über all die vielen spannenden Aspekte des Ayurveda lernen, umso mehr kommen wir in unsere eigene Kraft. Dann werden wir zu unserem eigenen Arzt/ zu unserer eigenen Ärztin. Wir lernen mehr und mehr, wie wir auf uns Acht geben können und was uns gut tut und was nicht. All das sind wahnsinnig empowernde Aspekte. Sich darüber bewusst zu werden, dass wir selbst im Grunde alles was wir brauchen, in uns tragen und dies wirklich zu verstehen, bedeutet Gesundheit im Ayurveda.

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In diesem Sinne wünsche ich dir von Herzen nur das beste auf deinem Weg und ich hoffe, dir hat dieser Artikel geholfen, ein wenig mehr über dich und über die wunderbare Lehre des Ayurveda zu erfahren.

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Alles Liebe

Deine Laura

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PS: Wenn du Lust hast, mit mir zusammen zu arbeiten und tiefer in die wunderbare Lehre des Ayurveda einzutauchen, dann bewirb dich gern für ein 1:1 Coaching.

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