Agni . Verdauungsfeuer

Agni

Neun Tipps für ein starkes Verdauungsfeuer

Die zentrale Kraft unserer Verdauung ist die Fähigkeit, unsere Nahrung bestmöglich zu verarbeiten, die Nährstoffe aufzunehmen und alles andere als Abfallprodukte – Mala – aus dem Körper hinauszuleiten, Diese Kraft heißt Agni – was Feuer auf Sanskrit bedeutet. 

Wenn wir uns Gesundheit und Wohlbefinden wünschen, dann müssen wir als erstes den Zustand von Agni anschauen. 

Wenn Agni ausgeglichen und kraftvoll ist, dann fühlen wir uns gut, verdauen unsere Nahrung mit Leichtigkeit und unser Immunsystem ist stark. Wir begegnen anderen mit Freundlichkeit und Verständnis. 

Bei unserem Verdauungsfeuer gilt jedoch keineswegs das Motto „ je mehr desto besser“, denn Agni kann sowohl zu hoch, als auch zu schwach ausgeprägt sein und sorgt in beiden Fällen für Verdauungsprobleme und bestimmte Emotionen und Gedanken. 

Wenn Agni zu stark ausgeprägt ist, dann kommt es häufig zu verschiedenen Pitta-Symptomen, die  ihren Ursprung in der zu starken Hitze im Körper haben. Wenn Agni zu stark ist, essen wir zu viel und verdauen unsere Nahrung zu schnell, was dazu führt, dass weniger Nährstoffe aufgenommen werden. Gastritis, Übersäuerung, Entzündungen oder Durchfall können von einem zu stark ausgeprägten Agni ausgelöst werden. Menschen mit dieser Kondition sind oft reizbar, bewertend und aggressiv. 

Wenn Agni zu schwach ist, kommt es häufig zu Kapha-Symptomen. Wenn das Feuer Element zu schwach ausgeprägt ist, dann gewinnen Erde und Wasser an Kraft – die beiden Elemente, die das Kapha Dosha ausmachen. Durch die feuchte Schwere von Kapha wird die Verdauung langsam und schwerfällig. Die Nahrung bewegt sich zu langsam durch den Verdauungstrakt und beginnt im Darm zu gären, was unter anderem zu Gasbildung führen kann. Verstopfung ist ein häufiges Merkmal eines schwachen Verdauungsfeuers, ebenso Schweregefühl, Lethargie und die Bildung von Ama – Giftstoffen. 

Je mehr Ama wir im Körper haben, umso leichter können sich Krankheiten in unserem Körper manifestieren.

Manche Menschen haben auch ein irreguläres Verdauungsfeuer, was mit diversen Vata – Symptomen einhergeht. Diese Menschen wechseln oft von Durchfall zu Verstopfung und sind auch mental oft von Stimmungsschwankungen geprägt. 

Um unseren Körper darin zu unterstützen ein ausgeglichenes Verdauungsfeuer zu formen, ist es natürlich wichtig, unsere eigene Konstitution und unsere Gewohnheiten genau zu analysieren und zu verstehen. Für jeden Menschen ist dies ein individueller Prozess, der viele unterschiedliche Formen annehmen kann. 

Es gibt jedoch gewissen Grundregeln, die für alle von uns gleichermaßen gelten, die uns helfen können, unser Verdauungsfeuer zu stärken. 

Ich möchte heute 9 Tipps mit dir teilen, wie du dein Agni stärken kannst.

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Meine 9 besten Tipps für dich:

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1) Zungenreinigung

Ama ist ein direkter Gegenspieler zu unserem Verdauungsfeuer Agni. Je mehr Ama wir haben, umso unausgeglichener ist Agni. Es gibt bestimmte Indikatoren in unserem Körper, die uns anzeigen, wie viel Ama wir im Körper haben. Hieraus können wir ableiten, wie es um unser Verdauungsfeuer steht. Ein sehr einfach zu beobachtender Indikator für Ama ist der Zungenbelag, mit dem wir am Morgen aufstehen. Schau jeden Morgen bevor du etwas trinkst oder dir die Zähne putzt in den Spiegel und schau dir deine Zunge an. Mehr Belag bedeutet mehr Ama. Kauf dir einen Zungenreiniger und reinige deine Zunge jeden Morgen vor dem Zähneputzen. Denn wenn wir den Belag dort lassen, kehren all diese Giftstoffe zurück in unseren Körper, was wir natürlich vermeiden wollen.

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2) Achtsamkeit

Lerne achtsam zu beobachten, wie du dich fühlst. Spüre nach, wie dir deine Mahlzeiten bekommen, sowohl körperlich als auch mental. Manchmal kann es bis zu drei Tage anhalten, dass wir die Effekte einer Mahlzeit in uns spüren können. Beobachte wie sich dein Zungenbelag verändert, je nachdem was du gegessen hast. Achte auch auf deinen Stuhlgang – ein weiterer sehr wichtiger Indikator für unsere Verdauungskraft. 

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3) Gute Qualität

Achte auf hochwertige Zutaten bei deinem Essen und versuche verpackte Nahrungsmittel möglichst ganz zu vermeiden. Je mehr deine Zutaten so aussehen, wie die Natur sie hervorgebracht hat, umso besser!

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4) Die richtige Menge

Nicht nur was wir essen ist sehr wichtig für unsere Verdauung, sondern auch wie viel. Im Ayurveda heißt es, dass der Magen bei jeder Mahlzeit höchstens zu 3/4 gefüllt werden sollte. Dabei sollte die Hälfte des Magens mit fester Nahrung gefüllt werden und ein Viertel mit Flüssigkeit aus derselben Mahlzeit. Wenn du deine beiden Hände zu einer Schale zusammenlegst, dann ist das in etwa die Menge, die deinen Magen füllt. 

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5) Die richtige Stimmung

Selbst die beste Mahlzeit kann zu Gift werden, wenn wir emotional stark aufgewühlt sind. Die Kraft unserer Emotionen ist enorm und sollte nicht unterschätzt werden. Iss nicht, wenn du traurig, wütend oder ängstlich bist.

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6) Die richtige Zeit

Halte regelmäßige Mahlzeiten ein und nimm dir Zeit und Ruhe zum Essen. Hab deine stärkste Mahlzeit um die Mittagszeit und iss nicht nach Sonnenuntergang (erfahre hier mehr zu den ayurvedischen Tageszyklen).

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7) Faste regelmäßig

Regelmäßige Reinigungskuren und Fastenzeiten helfen dem Verdauungsfeuer, sich zu regenerieren und neue Kraft zu schöpfen. Fasten ist enorm wichtig für ein gut funktionierendes Agni. Du kannst zum Beispiel mit Ekadasi beginnen, und zweimal im Monat einen Fastentag einlegen. 

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8) Die richtige Bewegung

Sport stimuliert Agni und ist enorm wichtig für eine gesunde Verdauung. Für Pitta-Typen sind beispielsweise Wassersportarten ideal, da das Wasser ihr Feuer abkühlt. Vata-Menschen sollten eher sanfte Sportarten machen, wie ruhiges Yoga oder Spaziergänge. Kapha-Typen tut Manschaftssport gut. 

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9) Der richtige Schlaf

Schau, dass du genug Schlaf bekommst, um dich wirklich auszuruhen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber bei mir funktioniert wirklich gar nichts, wenn ich nicht genug schlafe!

Wenn deine Konstitution Kapha ist, dann sei achtsam, dass du auch nicht zu viel schläfst. Das führt zu Lethargie und schwere. Vata-Menschen dürfen auch mal eine Stunde länger im Bett bleiben.

Das waren meine 9 besten Tipps für dich, um dein Verdauungsfeuer Agni zu unterstützen. Ich hoffe, dir hat der Artikel gefallen und du weißt jetzt, was zu tun ist, um Ayurveda immer mehr in deinen Alltag zu integrieren.

Hab einen wunderbaren Tag!

Alles Liebe

Deine Laura

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PS: Wünschst du dir mehr Leichtigkeit und Energie in deinem Leben und suchst nach Unterstützung? Ich helfe dir von Herzen gern dabei, Ayurveda richtig für dich zu nutzen und an deine individuellen Bedürfnisse anzupassen. Melde dich gern bei mir. HIER erfährst du mehr.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ralf

    Namaste und vielen Dank für die Informationen.
    Bei mir ist es so, dass ich sicher zuviel Agni habe.
    Wie kann man da gegen steuern und dennoch satt werden.
    Ich würde mich freuen von dir zu hören.

    1. Laura

      Hallo Ralf, Danke für deine Nachricht. Je nach Konstitution braucht der Körper unterschiedliche Nahrungsmittel, um in Balance zu kommen. Kühlende Nahrungsmittel, die trotzdem sättigen sind beispielsweise Süßkartoffeln, Weizen und Milchprodukte. Liebe Grüße!

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